#NewRules in Zeiten des Wandels – Bist Du Feminist, mein Sohn?

#NewRules at #NewWork – Wie können die aussehen? Werfen wir einen Blick ins Unternehmen der Zukunft: Eines der demokratisch gewählten aktuellen Teilzeit-Führungselemente kommt gegen 11 Uhr entspannt ins Büro und trifft sich zum Gespräch mit einigen Teammenschen, die ein neues Teammitglied einstellen möchten. Das Team hat bereits gemeinsam entschieden und berichtet kurz über die Entscheidung:

„Er hat keine Fachkenntnisse in XY, möchte sie aber lernen. Menschlich scheint es prima zu passen, wir hatten einige gute Gespräche über Feminismus mit ihm und er engagiert sich in Urban Gardening Projekten.“ „Fein“, antwortet das Führungselement, „braucht er Raum und Platz für Kinder oder zu pflegende Angehörige?“ „Nein“, antwortet ein Flexzeit-Teammitglied, „aber er würde unseren betriebseigenen Hundesitter gerne kennenlernen und er hat angeboten, sich regelmäßig um unseren Gemüsegarten auf dem Dach zu kümmern.“

„Wunderbar“, freut sich das Führungselement, „dann sorgt bitte dafür, dass er ausreichend Freiraum für seine Wünsche bekommt. Was braucht ihr von mir, damit die anstehenden Arbeitspakete während der Einarbeitung Eure eigenen Arbeitsabläufe nicht zu stressig machen?“ „Alles gut“, grinst das Flexzeit-Teammitglied, „haben wir schon selbst organisiert.“

Nennen wir es Gleichberechtigung

Schöne Utopie? Nein, ich denke eher eine Notwendigkeit. Ja, in Zeiten des Wandels waren immer #NewRules notwendig, das ist gar nichts Neues. Die künftigen #NewRules dürfen jedoch nicht mehr von Interessengruppen, Eliten oder/und vom Machtproporz gemacht werden – insbesondere nicht am Arbeitsplatz, der (noch) untrennbar mit Wohlstand oder Armut gekoppelt ist. Damit es zukunftsfähige und intelligente #NewRules werden, müssen wir sie gemeinsam erarbeiten und nicht vorgeben – von keiner Seite. Gleichzeitig muss ein barrierefreier Zugang ins zu bearbeitende Feld gewährleistet sein. Gleichberechtigung nennt man sowas. Kompliziert? Nein, nur komplex.

Der Begriff „Frau“

Wenn ich einen Text schreibe, starte ich oft mit einer Begriffsdefinition. Das fällt mir beim Begriff „Frau“ sehr schwer, denn der Begriff „Frau“ ist ein ambivalentes Wesen. Einerseits beschreibt und definiert er biologische Merkmale einer Spezies. Das kann man so machen, die neuere Geschichte lehrt uns allerdings, dass unsere Spezies mehr als 2 Geschlechter hat. Andererseits ist an diesen Begriff ein übervolles Rollenkonstrukt mit vielen Schubladen geknüpft, in denen ich mich nicht wohl fühle und dem ich auch nicht zugestimmt habe. (Gleiches gilt vice versa für den Begriff „Mann“)

Wie war das mit Diversity und Gleichberechtigung am Arbeitsplatz?

In meinem Berufsleben ist mir Vieles begegnet, was ich weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick einordnen konnte. Eines hatten alle Situationen jedoch gemein: sie fühlten sich nicht gut an. Irgendetwas war im Ungleichgewicht. Hier eine scheinbar unsichtbare Blockade nach ein paar Karriereschritten, da ein Kollege, der trotz gleicher Tätigkeit ein höheres Gehalt bezog. Dort eine Kollegin, die Null Kritik an einem unfähigen Chef zuließ und ganz hinten ein merkwürdiger Gesprächscode in Meetings, die mehrheitlich mit Männern besetzt waren. Wie ich heute weiß, alles sehr klassische Beispiele für Benachteiligung aufgrund von Rollenzuschreibungen.

Hinzu kamen gefühlte Ungleichgewichte in der Sprache, wenn ich in Texten „mitgemeint“ sein sollte und mir irgendein Marketingmensch erklärte, dass die männliche Schreibweise „lesbarer“ wäre. Wer hatte das entschieden und warum? Wie konnte es sein, dass die Buchhaltung einen sehr hohen Frauenüberschuss hatte, während sich in der Controlling-Abteilung nur Männer tummelten? Warum verdienten die Controller mehr als die Buchhalterinnen? Wieso war die mittlere Führungsebene mehrheitlich mit Männern besetzt? Wieso gab es nahezu ausschließlich Sekretärinnen und fast keine Sekretäre? Wieso waren grundsätzlich weniger Frauen als Männer in führenden Positionen? Wieso war der Chef fast nie eine Chefin? Wieso gab es in der Werkstatt eine Männertoilette, aber keine für Frauen? Wieso stellten die Männer nie die Spülmaschine in der Kaffeeküche an?

Auf dem Höhepunkt der Irritation

Meine Fragen wurden nicht weniger – im Gegenteil – und irgendwann fiel ich über ein Buch mit dem Titel „Powergirls und Drachenmädchen – weibliche Symbolwelten in Mythologie und Jugendkultur“. Weibliche Symbolwelten? Was im Himmel sollte das denn sein? Die Autorin war jünger als ich, Diplom-Sozialarbeiterin und ihr Studienschwerpunkt war feministische Mädchenpädagogik. Hm, feministisch hörte sich für mich nach den 1970er Jahren an, sehr weit weg, alt und nicht zeitgemäß. Und diese Gleichberechtigung, die hatten wir doch längst, oder? Sogar gesetzlich verankert. Ich war mit Pippi Langstrumpf und Madonna großgeworden – freche, starke und schöne Frauen. Total emanzipiert. Was sollte das also mit diesem Feminismus? Ich blätterte kurz und blieb in der Einleitung hängen:

„Vielfach sind nicht die Paragraphen, sondern ganz andere Aspekte wie Einkommen und individuelle Bildungschancen entscheidend, ob ein Mädchen von den Errungenschaften der sogenannten ‚Emanzipation‘ deutscher Frauen profitieren kann oder nicht. Wie weit kann es in diesem Land mit der allseits gepriesenen ‚Gleichberechtigung‘ überhaupt wirklich her sein, solange Eigenmacht, Freiheit und Sicherheit von Mädchen und Frauen im Alltag so stark bedroht sind, dass Einrichtungen wie Frauenhäuser, Mädchennotwohnungen, Frauenparkplätze und eigens für Mädchen eingerichtete Krisentelefone nötig sind?“
(Claudia Zötsch, Powergirls und Drachenmädchen, 1999, Unrast-Verlag)

Oha, da war von Sicherheit und Bedrohung die Rede. Für Mädchen. Für Frauen. Nun, ich wusste, dass es Frauenhäuser und Frauenparkplätze gab, hatte mir jedoch noch nie den leisesten Gedanken gemacht, warum das so war. Ich las weiter:

„Ganz offensichtlich eignen sich Gesetze nur sehr bedingt, wenn es um wirkliche Gleichwertigkeit weiblicher Ansprüche, Interessen und Kultur geht…. Ich bin der Ansicht, dass alles, was Frauen in mühevoller Arbeit für sich und andere erkämpft haben, von heute auf morgen wieder verloren gehen kann, wenn es den ‚grauen Herren‘ aus Politik, Wirtschaft und Militär zu unheimlich wird. Das liegt daran, dass wir in einer Welt leben, die sich an Männern orientiert und Frauen als ‚das andere‘ definiert….Ich habe absolut keine Lust, mich in männlichen Erkenntnissen, Phantasien, Strukturen und Symbolen zu suchen, obwohl doch schon längst auch die Letzte gemerkt haben müsste, dass Frauen darin entweder beschimpft, verletzt und zu eigenen Zwecken mißbraucht werden oder gar nicht auftauchen! Um ‚Gleichberechtigung‘ kann es daher meines Erachtens solange nicht gehen, wie damit gemeint ist, dass Frauen werden sollen, wie Männer schon sind.“ (ebenda)

Ein neuer Erkenntnishorizont

Bäm! Autsch! Da stand ich nun mit meinem naiven Weltverständnis und fühlte eine Welle auf mich zurollen, die ich nicht mehr stoppen konnte. Komischerweise fühlte sich diese Welle nicht bedrohlich an, sondern irgendwie …. notwendig. Müßig zu erzählen, dass in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren (das erste oben erwähnte Buch las ich 2008 – juhu, 2018 habe ich also 10-jähriges Feminismus-Jubiläum!) eine Vielzahl an Büchern folgte: ich machte mich mit Begriffen wie „Matriarchat“ und „Gender“ vertraut und schmunzelte über Doppelnamen wie „Göttner-Abendroth“ (Anm.: Heide Göttner-Abendroth, anerkannte Matriarchatsforscherin, die durchaus kritisch gesehen werden darf).

Ich erfuhr, dass es vor dem Monotheismus (Anm.: Religionen, die an eine einzige Gottheit glauben) andere starke, deutlich weiblicher geprägte, Religionen gab, die jedoch wahlweise als Heidentum degradiert, fragmentarisch in den Monotheismus assimiliert und umgedeutet oder als Fruchtbarkeitskulte belächelt wurden. Belächelt und degradiert werden mussten! Denn wären sie als „Religion“ bezeichnet worden, hätte ein männlich dominierter Monotheismus hinterfragt werden können, was wiederum die Gefahr des Machtverlustes bedeutet hätte.

Geschichte und Geschichten

Ich lernte, dass Familienstrukturen im Neolithikum viel diverser waren als unsere gängige westliche Vorstellung der Kleinfamilie in heteronormativen Strukturen. Ich lernte auch, dass Berge, Täler, Flüsse und Meere in indigenen Sprachen mehrheitlich weibliche Namen trugen, nicht weil es sich schöner anhörte, sondern aus einem tiefen Verständnis für den runden Erdklumpen auf dem wir leben. Dass Frauen bei den Etruskern eine viel gleichberechtigtere Stellung hatten als z.B. bei den Römern oder Griechen.

Babylonische Göttin Ishtar – Göttin des Frühlings

Was mich wiederum zur Frage brachte, warum die Etrusker in meinem Geschichtsunterricht nur als Randsequenz stattgefunden hatten, dafür Römer und Griechen in epischer Breite behandelt wurden. Ich erinnerte mich an meinen Religionsunterricht, in dem ich im 6. Schuljahr die Frage stellte, warum das Christentum nur männliche Führungspersonen hatte und warum ein alter Mann der katholischen Kirche vorstand. Oder daran, dass es während meiner ganzen Schulzeit keine einzige Lehrerin für Chemie oder Physik gab, sondern nur Lehrer.

Danach folgten die Klassiker wie „Das andere Geschlecht“ von Simone de Beauvoir und „Das Unbehagen der Geschlechter“ von Judith Butler und ja, auch verschiedene Bücher von Alice Schwarzer. Ein Jahr lang abonnierte ich die „Emma“ – und kündigte dann. Ich entdeckte das Missy Magazine, den Blog der Mädchenmannschaft und das Pussystübchen. Autorinnen wie Natascha Walter, Bascha Mika, Jana Hensel, Miranda Gray, Riane Eisler, Pinar Selek, Antje Schrupp, Laurie Penny, Rebecca Solnit waren weitere Begleiterinnen.

Ich lauschte der Musik von Bernadette LaHengst oder den RiotGrrrls. Luise Pusch erfreute mich mit „Deutsch auf Vorderfrau“ und ich verliebte mich in die taz-Kolumnen von Margarete Stokowski (Anm.: ihr Buch „Untenrum frei“ aus 2017 sollte jeder Mann, der sich für Feminismus interessiert, gelesen haben. Jede Frau natürlich auch.) Ich verfolgte gespannt die #Aufschrei-Debatte und erkannte den Unterschied zwischen „altem“ und „neuem“ Feminismus.

Ich las über Frauen in Kunst und Kultur, bzw. deren Abwesenheit über viele Jahrhunderte hinweg. Staunte über den Mut von Valie Export (https://vimeo.com/118277401) und bewunderte Künstlerinnen wie Anna Blume, Meret Oppenheim, Yoko Ono, Hannah Höch und Andrea Fraser. Ich hadere mit dem Humor von Gerburg Jahnke, aber lache über „Pussy-Terror“ von Carolin Kebekus, obwohl ihr Humor mitunter in eine ähnliche Richtung geht.

Erinnerte mich daran, dass eine Freundin mir irgendwann verschämt unter dem Tisch in einem unserer Lieblingscafés das Buch „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche zeigte und mir dann flüsternd hinter vorgehaltener Hand vom Inhalt erzählte. Mit rotem Kopf. War das emanzipiert?

Ich las über „die Frau“ als Objekt. Über Sexismus. Und letztendlich erkannte ich auch, dass Sexismus „nur“ eine Seite des größeren Themas Rassismus ist. (Ich zähle die o.a. Frauen auf, falls jemand Lust hat, sich mehr über die eine oder andere zu informieren.)

Wo sind die Feministen?

Irgendwann fiel mir auf, dass etwas fehlte. Männer. Als Autoren. Als Kommentatoren. Als Akteure. Ich sah keine Männer, die sich Feministen nannten. Schon wieder tat sich ein Ungleichgewicht auf. Wie konnte es sein, dass Feminismus und Emanzipation hauptsächlich Frauenthemen waren? „Gedöns“ wie es ein ehemaliger deutscher Kanzler formulierte? Gleichberechtigung geht doch alle an und kann nur mit allen gemeinsam umgesetzt werden.

Doch die Mehrzahl der Männer blieb und bleibt in allen Debatten seltsam still und das, obwohl sich „Männerrollen“ zunehmend wandeln und Redebedarf besteht. Was war da los? Eine mögliche Antwort kam jüngst vom ZEIT-Autor Jens Jessen, der der #Metoo-Bewegung einen totalitären Feminismus unterstellte. Er fühlte sich stellvertretend für „die Männer“ unter Generalverdacht gestellt und angegriffen. Ein Phänomen, das hauptsächlich bei Männern zu beobachten ist, die Phrasen patriarchaler und linearer Denkmuster wiedergeben und bei weiterer Nachfrage keine Substanz liefern können (siehe auch: Patricia Hecht in http://www.taz.de/!5496456/).

Wir haben m.E. verlernt, konstruktiv mit Fragen umzugehen, wie es das obige Beispiel von Jens Jessen zeigt, der sich explizit auf eine Frage einer Kollegin bezog. Das Wesen einer W-Frage ist es, einen Raum zum Austausch zu öffnen. Da in der Kommunikation das Missverständnis die Regel ist, werden solche Fragen von Empfänger*Innen oft als Vorwurf verstanden. Die Folge ist entweder gar keine Antwort oder eine ablehnende/zurückweisende/sich rechtfertigende Antwort. Was wiederum ein konstruktives Gespräch schwierig macht. Insbesondere, wenn der oder die Empfänger Machtverlust befürchten oder ihnen nicht klar ist, dass sie ungefragt die Deutungshoheit über etwas übernehmen.

Es braucht Zwischenlösungen in Zeiten des Übergangs

Im Zuge der #Metoo-Debatte und aller weiteren Hashtag-Diskussionen ist Vieles benannt worden, was zu lange ungesagt blieb, weil Worte und Gehör dafür fehlten. Weil es an Sensibilität mangelte, das System funktionierte und Frauen wie Männer davon profitierten.

Von etlichen Seiten hört frau/*/man nun, dass es mit der Geschlechterdebatte doch jetzt mal gut sei, dass es besser wäre, wenn man das Geschlecht nicht mehr benennen würde, weil Inhalte mehr zählen. Dem würde ich ausnahmslos zustimmen – vorausgesetzt, wir wären schon so weit, dass alle, die sich bisher noch nicht sichtbar fühlen, auch sichtbar sind.

Dem ist nicht so, denn die Debatte führen mehrheitlich Cisgender-Menschen (Cisgender – in Abgrenzung zu Trans*gender – bezeichnet die Mehrheit der Menschen, deren Geschlechtsidentität dem Geschlecht entspricht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde; frühere Bezeichnung: normale Menschen) und das ist zu einseitig.

In Bezug auf die Wirtschaftswelt finde auch eine Quote in Ordnung, wenngleich sie für mich eine Krücke ist und ich sie nur als Übergangslösung sehen kann. Viel wichtiger finde ich, dass Dinge, Situationen und Phänomene konkret und kontinuierlich angesprochen und sichtbar gemacht werden. Dass nachgefragt wird, warum auf einem Foto nur Männer zu sehen sind. Und wenn es dazu eine plausible Erklärung gibt – in Ordnung. Dann nimmt man das als Momentaufnahme und schaut, wo und wie etwas besser gemacht werden kann. Es geht um das Loslassen von Macht und das Aufbrechen von Deutungshoheiten.

#NewRules und #NewWork

In unseren komplexen Zeiten, in denen sich Familien-, Gesellschafts- und Arbeitsstrukturen transformieren, müssen wir bereichsübergreifend denken und handeln. Für mich ist es unsinnig, nur im Arbeitskontext etwas zu ändern, wenn Lebens- und Arbeitswelten sich so stark annähern, dass man sie nicht wirklich trennen kann.

Ich will keine Frauenförderung am Arbeitsplatz betreiben, die männliches Rollenverhalten reproduziert. Ich will Frauen nicht in MINT-Fächer treiben, wenn dies nur dem Umstand geschuldet ist, dass angeblich Fachkräfte fehlen. Ich will Kinder nicht in rosa Prinzessinnen und hellblaue Piraten einteilen (#Gendermarketing, #RausAusDerFalle), am Arbeitsplatz aber Diversität und innovatives Denken einfordern. Ich kann von Frauen nicht Aktivität erwarten, wenn deren Erziehung auf Zurückhaltung und Harmoniestreben abzielt.

Es ist sinnvoll, darauf hinzuarbeiten, dass Führung partizipativ und moderativ wird und dass Hierarchien fallen. Dass hinderliche lineare Denkprozesse durch zyklisches und organisches Denken ersetzt werden. Dass verstanden wird, dass die Abgabe von Macht keinen Verlust bedeutet, sondern den Gewinn an Freiheit und die Reduktion von Angst, was wiederum die Zusammenarbeit sehr angenehm und auf nachhaltige Weise produktiv macht. Ich erlebe das täglich in meiner eigenen Arbeit, denn ich arbeite mit Männern zusammen, die ich als Feministen bezeichnen würde.

Wir müssen das Ganze in den Blick nehmen, Schnittstellen und Wechselwirkungen erkennen. Ursachen erkennen und an den Wurzeln arbeiten. Das machen ganz Viele von uns schon, aber es müssen noch viel mehr werden. Der Diskurs muss weitergehen. Was uns auf dem Weg helfen wird, ist eine gute Portion Gelassenheit sowie Leidenschaft und Biss für das Ergebnis – und vor allem: Humor! Die Künstlerin Marianne Werefkin formulierte es so:

„Wenn der Mensch den Narren in sich erstickt, wird er nicht einmal mehr ein normales Wesen sein, er wird weniger sein als nichts, nur eine Mechanik, nur eine Routine.“
(M. Werefkin, 1903)

Zusätzlich ist es notwendig, Symptome zu bekämpfen und zu lindern, damit es nicht zu weh tut. Ja Jungs, es darf auch geheult werden. Dann gibt’s für Euch ein Wonderwoman-Pflaster auf die Schramme, einen Kuss auf die Beule und dann geht’s weiter – gemeinsam.

Herzliche Grüße
Daniela

P.S.: Ich brauche das Label nicht, aber man darf mich Feministin nennen. Aus tiefem Respekt vor den wunderbaren Frauen und Männern, die bis hierhin den Weg der Emanzipation bereitet haben. Für die Frauen, die für die Gleichberechtigung sich selbst getötet haben oder von anderen dafür getötet wurden. Für die, die krank und handlungsunfähig wurden, weil sie ihre Ohnmacht um den Verstand brachte.

Leseempfehlung:
Oh Simone! – Warum wir Beauvoir wiederentdecken sollten, Julia Korbik
Untenrum frei, Margarete Stokowski
Deutschland schwarz-weiss – Noa Sow (erscheint gerade jetzt in aktualisierter Fassung)

Bildquellennachweis:
Titelbild: fotolia_63618895
Contentfotos: Ishtar, Womens March, Mädchen auf Schaukel, pixabay, CC0-Lizenz, gemeinfrei;
Coverfoto B. Obama: Ms. magazine [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

 

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